Direkt vor dem Krankenhaus wurden 24 + 7 Vergissmeinnicht-Pflanzen eingesetzt, um daran zu erinnern, dass Betroffene und ihre Angehörigen 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche mit dieser Krankheit konfrontiert sind, mit allen Herausforderungen für alle Beteiligten, die damit in Berührung kommen. „Das St. Carolus Krankenhaus versucht, Menschen mit Demenz gut zu begleiten. Wir haben Klinikbegleiter und haben viele Abläufe so eingestellt, dass diese Menschen eine besondere Aufmerksamkeit bekommen“, sagt Cordula Prochnow, Ansprechpartnerin für Angehörige von Menschen mit Demenz im St. Carolus. Sie hat die heutige Pflanzung initiiert und gemeinsam mit Pflegedirektorin Katrin Raimann, Kerstin Schäfer, Klinikbegleiterin und mit Unterstützung aus dem Technik-Team des Hauses engagiert umgesetzt.
„Der Aktionstag macht sichtbar, was uns im Alltag sehr wichtig ist: Menschen mit Demenz brauchen besondere Aufmerksamkeit und Verständnis. Mit der Pflanzaktion setzen wir ein Zeichen dafür – für unsere Patientinnen und Patienten, aber auch für mehr Sensibilität in der Gesellschaft.“ (Katrin Raimann, Pflegedirektorin)
Als Teilnehmer ist das St. Carolus Krankenhaus Teil einer großen Gemeinschaftsinitiative: Insgesamt rund 630 Pflanzorte beteiligten sich zeitgleich in Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Bayern an diesem Aktionstag. Die hohe Beteiligung unterstreicht die wachsende gesellschaftliche Bedeutung des Themas Demenz.
Im St. Carolus Krankenhaus Görlitz ist der sensible Umgang mit Menschen mit Demenz fest im Klinikalltag verankert. Als erstes demenzsensibles Krankenhaus in Deutschland sind alle Mitarbeitenden – unabhängig von Bereich oder Funktion – darauf vorbereitet, Patientinnen und Patienten zu begleiten, die Demenz als Nebendiagnose mitbringen. Das Krankenhaus wurde im Jahr 2020 zertifiziert durch die schwedische Silviahemmet-Stiftung, der Königin von Schweden, und im Jahr 2024 rezertifiziert.
Ein wichtiger Bestandteil des Silviahemmet-Konzepts sind die Klinikbegleiterinnen. Sie unterstützen die Pflegefachkräfte im Alltag und gehen in besonderem Maße auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ein. Durch ihre Arbeit tragen sie dazu bei, Orientierung zu geben, Sicherheit zu vermitteln und den Aufenthalt im Krankenhaus für Betroffene und Angehörige so angenehm wie möglich zu gestalten.
In Sachsen leben derzeit über 104.000 Menschen mit Demenz. „Viele von ihnen können noch lange nach der Diagnose ein selbstbestimmtes Leben führen“, betont Simone Vierkant von der Landesinitiative Demenz Sachsen der Alzheimer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für die Erkrankung weiter zu stärken und Verständnis in der Gesellschaft zu fördern.
Demenzexpertin Cordula Prochnow erklärt, was sie sich für den Umgang mit Menschen in der Gesellschaft wünscht: „Ich wünsche mir vor allem einen offenen Austausch und ein wohlwollendes Wahrnehmen der Menschen mit Demenz, die ja nicht per se aufgrund des Verlustes ihrer Fähigkeiten und ihres Gedächtnisses wertlos werden. Sie haben einen Wert in unserer Gesellschaft und dafür braucht es Anerkennung, Wertschätzung und die Einsicht, dass diese Menschen trotz fortschreitender Erkrankung sehr lange über Ressourcen verfügen, die gesehen und genutzt werden können. Das zusammen macht den Umgang mit der Krankheit für alle Beteiligten etwas leichter.“
Mit der Teilnahme am VERGISS!MEIN!NICHT-Aktionstag leistet das St. Carolus Krankenhaus Görlitz einen Beitrag dazu, das Thema Demenz sichtbar zu machen und die Bedürfnisse der Betroffenen stärker in den Fokus zu rücken.