Von Hodentumoren bis zur modernen Steintherapie
Görlitz. Sechs Vorträge bilden das Programm. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Fragen der Uro-Onkologie und der Versorgung im klinischen Alltag. Prof. Dr. Mark Schrader, Chefarzt der Urologie am Helios Klinikum Berlin-Buch, spricht über aktuelle Strategien bei Hodentumoren und das Projekt „Zweitmeinung Hodentumor“. Prof. Dr. Jan Philipp Radtke, Leiter des Prostatakarzinomzentrums des Universitätsklinikums Düsseldorf, stellt individualisierte und risikoadaptierte Strategien beim Prostatakarzinom vor.
Weitere Themen sind aktuelle Therapiekonzepte beim Blasenkarzinom zwischen Organerhalt und Systemtherapie sowie die interstitielle Zystitis. Dr. Andreas Gonsior, Oberarzt und Leiter des Kontinenzzentrums am Universitätsklinikum Leipzig, ordnet dazu die erste deutsche Leitlinie ein.
Den dritten Themenblock bilden die aktuelle S2K-Leitlinie zum intermittierenden Katheterismus und die moderne Steintherapie. Referieren werden Margitta Braun, examinierte Krankenschwester und Kontinenzexpertin, sowie Tobias Plate, Facharzt der Urologischen Klinik des Städtischen Klinikums Dresden.
Eine Fortbildung, die vom Austausch lebt
Der Urologentag findet seit 2007 statt und hat sich zu einer festen Fortbildungsveranstaltung für die Urologie in der Region entwickelt. Seine Geschichte begann im Kloster St. Marienthal. Später wechselte die Veranstaltung in die Landskron Kulturbrauerei; seit mehreren Jahren ist das Gut am See ihr Veranstaltungsort. Der besondere Wert der Veranstaltung liegt dabei nicht nur im Vortragsprogramm. Eine Industrieausstellung und ausreichend Zeit für Gespräche geben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Fragen zu diskutieren und Kontakte über die eigene Klinik oder Praxis hinaus zu knüpfen.
„Wir stecken viel Zeit und persönliches Engagement in den Urologentag, weil uns der fachliche Austausch wichtig ist. Eine gute Fortbildung lebt nicht allein von den Vorträgen, sondern von den Gesprächen dazwischen, von Fragen und auch von kontroversen Diskussionen. Das wollen wir auch in diesem Jahr wieder ermöglichen.“, sagt Dr. med. Thomas Zimmer, Chefarzt der Urologischen Abteilung des St. Carolus Krankenhauses Görlitz.
St. Carolus entwickelt seine Versorgung weiter
Der Urologentag fällt in eine Phase des Umbruchs für das St. Carolus Krankenhaus. Ab Januar 2027 wird das Haus als sektorübergreifende Versorgungseinrichtung (SÜV) ambulante und stationäre Angebote verbinden. Zur künftigen Versorgung gehören unter anderem Urologie und Chirurgie im ambulanten Operationsbereich sowie stationäre Angebote in Innerer Medizin, Gastroenterologie und Palliativmedizin.
Der Wandel der Versorgungsstrukturen betrifft auch die Urologie. Für Dr. Zimmer steht dabei fest: „Die Versorgung wird ambulanter und sektorenübergreifender. Das verändert Strukturen und Arbeitsweisen. Unser Anspruch bleibt: moderne Medizin, gute Behandlung und die notwendige Nähe zu unseren Patienten.“